Küchenzeile mit oder ohne E-Geräte?

Redaktion Küchenzeilenfinder · Zuletzt geprüft: · 6 Min. Lesezeit

Die Kurzantwort

Mit E-Geräten erhalten Sie Kochfeld oder Herd, Backofen, Kühlschrank und Haube passend zur Küche – bequem und meist günstiger als einzeln. Ohne E-Geräte lohnt sich, wenn gute Geräte vorhanden sind oder Sie bestimmte Geräte möchten. Entscheidend sind dann die Nischenmaße im Datenblatt.

Viele Küchenzeilen gibt es in zwei Ausführungen: mit und ohne Elektrogeräte. Der Preisunterschied ist oft deutlich, und auf den ersten Blick scheint die Wahl einfach. Doch welche Variante besser passt, hängt von Ihrem Alltag, Ihren vorhandenen Geräten und der Küche ab. Dieser Ratgeber hilft bei der Entscheidung.

Was im Paket steckt

„Mit E-Geräten" bedeutet bei den meisten Küchenzeilen:

  • ein Kochfeld (Glaskeramik oder Induktion) über einem Einbaubackofen oder ein Einbauherd, bei dem Backofen und Kochfeld zusammengehören,
  • ein Kühlschrank, oft mit Gefrierfach, als Einbaugerät im Hochschrank oder als Unterbaugerät,
  • eine Dunstabzugshaube, meist als Wandhaube oder Flachschirmhaube,
  • eine Spüle mit Armatur.

Manche Modelle bringen zusätzlich einen Geschirrspüler mit, entweder vollintegriert hinter einer Möbelfront oder teilintegriert mit sichtbarer Blende. Prüfen Sie im Detailfenster, was genau enthalten ist, denn die Ausstattung schwankt stark zwischen den Modellen. Den Filter für Geschirrspüler und Induktion finden Sie in der Leiste über den Modellen.

Wann sich das Paket lohnt

Eine Küchenzeile mit E-Geräten ist die richtige Wahl, wenn Sie neu einziehen, keine passenden Einbaugeräte besitzen oder die alten Geräte ohnehin ersetzen möchten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Alle Geräte passen genau in ihre Nischen, die Fronten sind einheitlich, und Sie müssen nicht vier Geräte einzeln vergleichen. Der Paketpreis liegt meist unter dem, was Möbel und Geräte einzeln kosten würden.

Der Nachteil: Bei den Geräten haben Sie wenig Auswahl. Paketküchen enthalten meist solide Standardgeräte, selten Spitzenmodelle. Wer viel kocht und Wert auf ein besonders gutes Kochfeld oder einen großen Kühlschrank legt, ist mit einer eigenen Auswahl oft zufriedener.

Wann eigene Geräte besser sind

Ohne E-Geräte kaufen Sie nur die Möbel. Das lohnt sich, wenn Sie beim Umzug gute Einbaugeräte mitnehmen, wenn Sie bestimmte Geräte bevorzugen oder wenn Sie die Kosten verteilen möchten. Beachten Sie dabei:

  • Nischenmaße: Einbaugeräte brauchen genau passende Öffnungen. Ein Umbauschrank für den Backofen hat meist eine Nische von etwa 56 bis 57 cm Breite und rund 60 cm Höhe, ein Kühlschrank-Hochschrank eine bestimmte Nischenhöhe, etwa 88 oder 122 cm. Die Maße stehen im Datenblatt der Küche – vergleichen Sie sie mit den Einbaumaßen Ihrer Geräte.
  • Spüle: Viele Küchen ohne Geräte werden auch ohne Spüle geliefert. Dann brauchen Sie eine Einbauspüle passend zum Ausschnitt oder eine Arbeitsplatte, in die Sie den Ausschnitt selbst schneiden.
  • Freistehende Geräte: Ein Standkühlschrank oder Standherd braucht statt einer Nische eine freie Lücke von meist 60 cm Breite in der Zeile.

Energielabel und Datenblatt

Viele Händler nennen im Datenblatt die Energieeffizienzklasse der einzelnen Geräte nach dem EU-Energielabel. Das hilft beim Vergleich der Geräte untereinander. Beachten Sie, dass die Skalen je Gerätetyp unterschiedlich sind: Kühlschränke und Geschirrspüler werden auf einer Skala von A bis G bewertet, Dunstabzugshauben und Backöfen auf einer anderen. Vergleichen Sie also nur Geräte derselben Art.

Anschluss

Ob mit oder ohne Geräte: Kochfeld und Backofen brauchen in der Regel einen Starkstromanschluss, den eine Elektrofachkraft anschließt. Kühlschrank und Haube kommen an normale Steckdosen, der Geschirrspüler an Wasser und Abfluss. Mehr dazu in Küchenzeile aufbauen und anschließen.

Rechenbeispiel

Angenommen, Sie brauchen Kochfeld, Backofen, Kühlschrank und Haube neu. Einzeln gekauft kommen für einfache Einbaugeräte schnell mehrere hundert Euro je Gerät zusammen, dazu passende Nischen und eine Spüle. Im Paket sind diese Geräte meist deutlich günstiger eingerechnet, weil Hersteller und Händler sie in großen Stückzahlen beziehen. Anders sieht es aus, wenn bereits zwei oder drei gute Geräte vorhanden sind: Dann bezahlen Sie im Paket Geräte, die Sie nicht brauchen, und müssen die alten verkaufen oder entsorgen. Vergleichen Sie deshalb die Preise beider Ausführungen desselben Modells – im Detailfenster wählen Sie zwischen „mit E-Geräten" und „ohne E-Geräte", sofern es beides gibt – und rechnen Sie die Geräte gegen, die Sie tatsächlich ersetzen würden.

Gemischte Lösung

Möglich ist auch ein Mittelweg: eine Küche ohne Geräte, kombiniert mit einem Teil der vorhandenen Geräte und einzelnen neuen. Das ist die flexibelste, aber auch die aufwendigste Variante, weil Sie jede Nische einzeln prüfen müssen.

Kurz zusammengefasst

Keine passenden Geräte vorhanden? Dann ist eine Küchenzeile mit E-Geräten meist die einfachste und günstigste Lösung. Gute Geräte vorhanden oder besondere Wünsche? Dann eine Küchenzeile ohne E-Geräte – mit genauem Blick auf die Nischenmaße.

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